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Classics in Rock @ Ahoy Rotterdam / Holland
23. März  2007

von Paul Wijman

Auf diesen Tag habe ich lange gewartet. Es war schon immer mein Wunsch, John Waite bei Night Of The Proms zu sehen, welches ein großes Klassik-Meets-Pop Ereignis ist hier in Holland (auch hier in Deutschland *grins*, Petra) Gewöhnlich findet es einmal im Jahr um die Weihnachtszeit herum, statt.
Die Songs der Babys sind sehr gut dafür geeignet, mit einem Symphonieorchester aufgeführt zu werden. Deshalb habe ich versucht, über das Night Of The Proms Forum, das Ding in die Gänge zu leiten. Man unterrichtete mich sogar davon, dass man John Waite bereits ins Auge gefasst habe, und mit Absprach von John's Management nur noch auf einen passenden Zeitpunkt warte. Wir alle wissen, dass es leider nie dazu gekommen ist.

Zurück zum Freitag, den 23., denn Classics in Rock ist ja immerhin auch schon mal was. Keine klassische Musik, wie Bach oder Beethoven zwischen den Auftritten der Künstler, sondern ROCK HELDEN würden teilweise mit Orchester ihre Musik zum Besten geben. Und das alles in Holland's größtem Konzertsaal, dem Ahoy in Rotterdam!!!!!! Für mich wurde ein Traum wurde wahr.

Wir kamen früh an, wollten wir doch nicht im Verkehr stecken bleiben. Außerdem wollte ich mir ein ausgezeichnetes Mahl im hochgepriesenen Ahoy Restaurant nicht entgehen lassen. Ich war in guter Gesellschaft. Mein guter Freund Martin und mein Schwager Jos begleiteten mich. Beides Hardrock Fans und ein bisschen älter als ich. Ich weiß ein bisschen über Bands wie Deep Purple, Rainbow und Manfred Mann's Earth Band, aber diese beiden sid wahrlich wandelnde Bibliotheken! Zudem ist Jos selbst ein großartiger Musiker, er spielt so ziemlich jede Gitarre, Bass und Saxophon in seiner eigenen Band Shockproof, einer Amateurband, die sich durchaus mit professionellen Bands messen kann. Eine Kleinigkeit hätte ich allerdings zu beanstanden - bisher leider keine John Waite Songs.

Wenn das Rotterdammer Ahoy ausverkauft ist, passen ca. 8.000 bis 10.000 Leute rein. Laut Classics in Rock Website waren nur ungefähr 850 unverkaufte Tickets übrig.
Gegen 18:30 Uhr betraten wir die Halle und wir bewunderten die Bühne, die mir allerdings ein wenig klein erschien. Mit der Anzahl der Gäste stieg die Stimmung, das Publikum durchschritt alle Altersklassen. Hinter uns saß ein Vater, etwa Mitte 40, mit seinem 16, 17jährigen Sohn. Dieser Junge sang beinahe jeden Text mit, er kannte eine Menge Songtexte mehr als ich.

Pünktlich um 20:00 Uhr erschien das Orchester auf der Bildfläche. Von unerem Platz aus hatten wir eine gute Sicht zum Bühneneingang. Die Show begann mit der Classics in Rock Hymne und einer Lasershow. Der Sound war großartig! Danach eröffnete Chris Thompson (Manfred Man's Earth Band) die show. Dieser quirlige Sänger legte mit "Davy's On The Road Again" und "Blinded By The Light" einen guten Start hin.

Während Chris Thompson noch dabei war, die letzten Noten seines ersten Auftritts an diesem Abend zu singen, erregte ein Blondschopf am linken Bühneneingang meine Aufmerksamkeit - Jimmy Leahey. Nicht lange danach, kam ein anderer Mann dazu, der einen langen Mantel und einen kurzen Haarschnitt trug. Er erinnerte mich an das Plattencover des "No Brakes" Albums. John Waite war bereit.
John begann mit "Missing You". Danach sagte er, "Ihr alle kennt mich wahrscheinlich dafür...", und er sang "Every Time I Think Of You". Ohne Orchester. Jeder Künstler konnte einen Song mit Orchester vortragen, und einige traten mehr als einmal auf. John beendete sein erstes Set mit der Akustikversion von "When I See You Smile". Er widmete diesen Song Herman Brood, einem holländischen Rockstar, der sich später auch durch seine Bilder einen Namen gemacht hat. Herman genoss das vielzitierte Sex and Drugs and Rock'n Roll Leben in vollen Zügen. Im Alter von 54 Jahren jedoch, am 11. Juli 2001 beging er Selbstmord, indem er von Dach des Amsterdam Hilton Hotels sprang.
Nun, versteht mich nicht falsch, ich mag die Akustikversion, aber meiner Meinung nach passte sie nicht in diesen Rahmen. Ich hätte den Song lieber in der Bad English Version gehört, welche mir persönlich am besten gefällt.

Graham Bonnet (Alcatrazz, Impellitteri, Rainbow, MSG) war der Nächste. Dieser Kerl erzählte uns, dass er geradewegs aus dem Bett kam. Keine Ahnung, ob er das ernst meinte, seine Stimme klang jedenfalls so. Vielleicht war er ja vorher krank gewesen. Was soll's, "All Night Long" und "Since You've Been Gone" sing großartige Rocksongs. Ich erinnere mich noch an Rainbow, mit Ronnie James Dio als deren Frontmann. Das ist'ne Stimme! Denkt doch nur mal an "Kill The King", oder diese wunderschönde Ballade "Catch The Rainbow."

Jon Anderson (Yes, Jon & Vangelis) begann mit einem Song, begleitet auf der Akustischen, danach folgte "Owner Of a Lonely Heart", unterstützt vom Orchester. Phantastisch! Es sollte Jon Anderson's einziger Auftritt bleiben.

Ich kenne eine Menge Deep Purple Songs. Aber die Namen der Bandmitglieder? Keine Ahnung. Deshalb war ich völlig unwissend, was Glenn Hughes betraf. Für seinen Auftritt gibt's aber nur ein Wort - atemberaubend! Was für eine Stimme! Hoch, tief, Echo, Schreie, und der Sound nach wie vor kristallklar. Er gab eine mindestens 10 Minuten lange Version von "Mistreated" zum Besten, Wahnsinn. Sehr beeinddruckend, wirklich.

Bevor wir's uns versahen, war's 22:00 Uhr, eine 15minütige Pause wurde eingelegt, in der wir zum Luftholen kamen und uns eine kleine Erfrischung gönnten. Danach bekamen wir die Künstler zum zweiten Mal zu sehen.
John Waite begann seinen zweiten Auftritt erstmal mit den Worten, "Da bin ich wieder". Und wie! Zum ersten Mal überhaupt spielte er "Time Stood Still" live. Das war ein großer Hit hier in Holland damals, ziemlich weit oben in den Charts, und das ohne jegliche Promo, nicht mal einen Videoclip dazu gab es. Man kann es hierzulande immer noch im Radio hören. Das Publikum war sofort dabei, lautstark wurde der Refrain von Tausenden mitgesungen. Dann endlich hatte John seine Zeit mit dem Orchester - "Isn't It Time", gute Wahl, "Piece Of The Action" wäre auch toll gewesen, aber ich beschwere mich nicht, es war eine grandiose Show. Danach war John Waite's Zeit um.

Am Ende der Show gab es noch eine Holländische Invasion in Form eines Medley's, aufgeführt von nationalen Größen wie Arjen Lukassen (Gitarrist bei Vengeance), Dany Lademacher (Herman Brood Band) und der wahrscheinlich bekannteste unter ihnen, Bert Heerink (Leadsänger von Vandenberg). Man servierte uns unvergängliche Songs wie "Radar Love", "Venus" and "Burning Heart". Floor Jansen (After Forever) versuchte sich in Guns'n Roses' "November Rain", und es kam mir fast so vor, als habe sie ein paar Schwierigkeiten mit dem Text gehabt. Für mich war ohnehin der Gitarrist interessanter, woher kenn' ich den nur? Ist das vielleicht... Na klar, Marcel Singor! Mr. Singor war - zusammen mit der Marcel Singor Band - 2006 in Zoetermeer der Opener für John Waite. Petra (Miss waite4you)  ud ich waren beeindruckt von seinem Spiel. Diesmal lieferte sich Marcel Singor ein Gitarrenduell mit Jamie Moses (Pretenders). Andere große Gitarristen fielen mit ein und das Publikum honorierte diesen Part des Abends gebührend. Sogar ein 14jähriger Junge, Gewinner eines Wettbewerbs, den ein Radiosender veranstaltet hatte, spielte über eine kurze Strecke mit den Rockgrößen zusammen. Chris Thompson kam zurück auf die Bühne, und machte nochmal mit dem Orchester zusammen und QUEEN's "The Show Must Go On" Stimmung.
Ein letztes Mal versammelten sich dann nochmal alle Künstler auf der Bühne, und stärkten Chris Thompson und seiner Darbietung von John Farnham's "You're The Voice" gemeinsam den Rücken. Spike Edney (SAS Band and keyboard player for Queen and Paul Rodgers), der Band Leader und Präsentator dieses Abends beschloss denselben schließlich mit den Worten: "Erzählt allen, die heute nicht hier sein konnten, was Ihr heute Abend hier erlebt habt." UND GENAU DAS HABE ICH GETAN!

 


Thanks Very Much, Paul, my Dear Friend from Holland!
Photos dazu gibt's hier


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