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Konzertbericht von „De Boerderij“ in Zoetermeer / Holland, Donnerstag, 27. September 2001.
Von Wouter Kramer aus Nieuwleusen / Holland

Die Erinnerung trägt mich zurück in den September 2001.
( Well, september comes around like an old familiar friend)

Wie Adrian Steenland möchte auch ich die für mich denkwürdigsten Tage im September niederschreiben. Gestern ist Geschichte, aber die Erinnerung bleibt für immer in meinem Herzen.

Donnerstag, der 27. September war für mich der größte Tag des Jahres, vielleicht sogar der letzten Jahre. Ich muss zugeben, ich war manchmal ein bisschen neidisch, wenn ich all die Konzert Reviews aus den USA las. Aber der 27. September 2001 war der Tag, an dem das holländische Publikum John Waite endlich live erleben würde. Er würde das erste Mal in seinem Leben in Holland singen, in der Boerderij in Zoetermeer.

Am frühen Nachmittag brachen meine Frau Henrike und ich nach Zoetermeer auf und gegen 16:30 kamen wir an. Viel zu früh, denn John würde erst gegen 21:45 auf der Bühne stehen. Es war aber immer noch besser, als zu Hause zu sitzen und ihn ganz sicher nicht zu sehen... also nutzte ich die Chance.

Keiner war da, als wir ankamen, nicht einmal Adri Steenland. (Er würde später kommen.) Also liefen wir ein bisschen herum, schauten uns um, klopften an Türen und hofften, wenigstens einen flüchtigen Blick auf John werfen zu können. Eine Tür war unverschlossen und in der Ferne, oh, mein Herz blieb beinahe stehen. Ich hörte eine Stimme... John? Ja, er war gerade beim Soundcheck! Aber dann sah ich die Gefahr in Form eines Mannes herannahen, der aus der Halle heraus auf uns zu kam und ich befürchtete, er würde uns wieder weg schicken. Nachdem wir aber sehr, sehr höflich darum gebeten hatten, zu bleiben, meinte er: "Klar, schaut ruhig zu. Das sind sehr nette Jungs." Er meinte John, Damon und Buck. Und da standen wir nun in der vollkommen leeren Halle: nur sein Manager (Jeff van Duyn), ein paar Sound-Leute und die Jungs. Es dauerte etwa 45 Minuten und ich und meine Frau lauschten schweigend und ich konnte immer noch nicht wirklich begreifen, dass ich es bin, der hier sitzt und John beim Soundcheck zuhört. Wenn ich es geplant hätte, wäre es schief gegangen. Aber Ihr seht, wohin Courage einen führen kann. Und Glück. Übrigens - ich dachte, John hätte eine Brille getragen? Nachdem er uns gesehen hatte, war sie verschwunden, also bin ich entweder blind oder John ist ein bisschen eitel. Aber dies war ein Solo Auftritt für mich und Henrike, meine Frau.

Wieder draußen trafen wir dann auch endlich Adrian Steenland und seine Frau Marian und eine Menge anderer, holländischer John Waite Fans, von denen ich bisher immer nur gehört, sie aber nie getroffen hatte! Unter Anderem natürlich Petra Berends, Willemijn, Anita, Jorg und seine Frau Anita und so viele mehr. Wir waren wie eine große Familie, die ungeduldig den großen Tag erwartete. Aufgeregt und nervös und angefüllt mit hohen Erwartungen. Als wir die Halle erreichten, wuchs die Zahl der Konzert-Besucher. Nochmal zur Erinnerung - es gab keine Ankündigungen! "Magna Carta" war die Band, die den Abend eröffnen würde, präsentiert von Goldcircle.

Punkt 22:15 stand John Waite auf der Bühne. Er trug ein langes, weißes Hemd, schwarze Nadelstreifenhosen und schwarze Lederschuhe. Er sah großartig aus. Und er schien ziemlich nervös und aufgeregt, stand keine Minute still und ließ die Setlist nicht aus den Augen. Später erzählte mir Sjaak de Bruyn, der Mann von Goldcircle, dass John so nervös war, dass er den Gig sogar absagen wollte. Warum? Er fühlte sich schuldig, weil er Europa so lange vernachlässigt hatte und es hatte einiges an Überredungskunst gebraucht, doch schließlich und endlich kam John auf die Bühne.

Was für eine Show !!!!!!! Ich verlor augenblicklich mein Interesse für Marillion! Es war zu phantastisch, einfach unglaublich! Ich wünschte mir, dass dieser Abend nie zu Ende geht. Das gesamte Event dauerte 75 Minuten, doch die 45 Minuten des Mr. Waite stellten uns mehr als zufrieden. John hieß seinen alten Freund Adrian Vandenberg willkommen, der ebenfalls anwesend war, und auch Bert Heerink, den Lead Sänger von Vandenberg. (Bert Heerink coverte in holländischer Sprache Missing You, Isn't It Time und Time Stood Still. Anm. Petra) Das Publikum war erfüllt von tiefer Bewunderung und wir brüllten jeden Song mit.

Die Setlist:

In Dreams
When I  See You Smile
Keys To Your Heart
NYC Girl: "For our friends in New York"  John war sichtlich gerührt, als er dieses Lied sang.
Change
Whenever You Come Around
Thinking ´bout You (all the time)
Downtown: "Darüber, ganz oben zu stehen und total beschissen dran zu sein"
Missing You
Fly
Masterpiece Of Loneliness (teilweise)
Isn't It Time
Time Stood Still: Mit ausgedruckten Lyrics, John erinnerte sich nicht mehr daran, aber er mochte sie.
Zugabe: Head First

Dann gingen die Lichter aus und wir verließen die Halle. Völlig erschöpft zwar, aber zufrieden, sprachlos und berauscht über das, was wir eben erlebt hatten. Und nach ein paar seriösen Bierchen kam unser Gott zurück! Da war das Meet & Greet zu bewältigen, aber Sch***, so viele Leute hatten ebenfalls die Absicht, John´s Hand zu schütteln und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Es irritierte mich ein wenig. Ich wollte John für mich alleine. Aber diese egoistischen Gedanken verschwanden sehr bald, denn natürlich waren da noch mehr Leute, die meine Bewunderung für John teilten. Ich machte ein paar Photos für Adri, dessen Kamera den Geist aufgegeben hatte und John erinnerte sich an ihn & Marian, aber auch an Petra Berends, die am Flughafen ebenfalls mit dabei war. (Die holländischen Fans hatten herausgefunden, wann und wo die Jungs ankommen würden und demzufolge hatten sie ein paar Tage vorher einen völlig überraschten John Waite mit großem HALLO am Schiphol Airport / Amsterdam empfangen. Anm. Petra) Und an mich. Er sagte: "Wouter... Ich sehe diesen Namen ständig irgendwo... wir müssen in Kontakt bleiben. Und wie geht´s Kevin Scott?" (Kevin Scott aus Schottland war der Herausgeber der "No Brakes" Fanzines zwischen 1997 und 2000. Anm. Petra)

Viele Autogramme später dann verließen John, sein Manager und Sjaak der Bruyn den Ort des Geschehens. Es war bereits 1:00 Uhr nachts und wir machten uns auf den Heimweg. Es war das Ende eines Tages, den ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Ein Tag, den ich nie vergessen werde.

Wouter & Henrike Kramer

Vielen, Herzlichen Dank, Wouter, für den Einblick

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