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Als der jüngere von zwei Brüdern tut John Charles Waite seinen ersten Schrei im nördlich gelegenen Lancaster in England.
Natürlich macht sich die nunmehr vierköpfige Familie Waite noch keine
Vorstellung davon, was aus dem kleinen Schreihals einmal werden mag, stellt aber
- bedingt durch ihre uneingeschränkte Liebe zur Musik - unbewusst die ersten
Weichen in genau diese Richtung. Der große Bruder Joe ist es schließlich, der den Jüngeren auf den Geschmack
bringt.
„Ich hab´s von ihm“, bekennt der charismatische Brite. „Er war ein großartiger
Gitarrist. Er spielte die ganze Zeit und er tut es noch heute. Wir teilten
dasselbe Zimmer und neben seinem Bett stand eine Fender Telecaster.
Ich klimperte darauf herum und Joe zeigte mir ein paar Akkorde. Um ehrlich zu sein:
Ich beherrsche kein Instrument perfekt. Ich betrachte die Musik mehr oder weniger als ein Wunder.
Ich gehe einfach darauf zu.“ „Und Joe brachte Platten von
Cliff Richard und
The Shadows
und vielen Anderen mit nach Hause“, erinnert er sich weiter. „Ich hatte so eine Kindergitarre
aus Plastik, eine Ukulele mit vier Saiten, als
ich vier war
und meine Tante Doris schenkte mir später eine handvoll amerikanischer Schallplatten und ein Radiogram
(britisch für Radio/Grammophon). Mit einer Kerze in der Hand stellte ich mir dann nachts Radio Luxemburg ein,
weil das der einzige Sender in Europa war, der Rock Musik spielte. Ich war fasziniert von Elvis,
Otis Redding
, Leadbelly und
Stax Vault. Als ich elf war, kamen die Beatles und von da ab war es nur noch Rock´n Roll.“
Bereits im zarten Alter von zehn Jahren sammelt der vielseitige Sänger in der Band seines Bruders
Joe erste Bühnenerfahrungen, als deren Frontmann für einen Auftritt ausfällt.
Der erste Schritt in Richtung musikalischer Entfaltung ist somit getan.
Der musikbegeisterten Familie Waite aber gehört auch Cousin Michael Deigan
an, heute ein wohlbekannter
Banjo-Spieler für traditionellen Swing.
Doch damals... „Ich denke, letztendlich war er es, der mich in meiner finalen
Entscheidung beeinflusste, Musiker zu werden. Er war ein verdammt guter
Gitarrist, ich meine wirklich gut. Als ich so was fünf war,
spielte er mir all diese Country-Klassiker vor und ich war begeistert von diesen wunderbaren,
amerikanischen Songs. Michael war
ein verrückter, ausgeflippter Typ, er hatte wirklich großen Einfluss auf mich.
Wir besuchten dieselbe Schule und er lebte bei meiner Großmutter. Er war auch
künstlerisch außerordentlich begabt. Ein wahrhaftes Wunderkind.“
„In England gab es zu dieser Zeit nur Rock´n Roll. Das war noch vor den Stones“,
weiß John zu berichten. „Michael studierte Kunst.
Wie jeder, der nicht in einer Band spielte. Entweder du warst in einer Band oder du studiertest Kunst,
so einfach war das. Na ja, und für Kunst hatte ich auch schon immer was übrig,
genau wie für Rock´n Roll. Und als ich dann später Illustration studierte, war
es wie eine Ergänzung zum Rock´n Roll.“ Im Laufe der Jahre rückt Johns eigentliches
Ziel, Kinderbuch-Illustrator zu werden, mehr und mehr in den Hintergrund.
Die Musik hat ihn fest im Griff. Das Malen hat er jedoch bis heute nicht aufgegeben.
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