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1981 - DAS ENDE DER BABYS - ÄRA Es wird viel
über die Gründe spekuliert, warum diese exzellente Band wirklich
auseinanderbrach. Einiges mag der Wahrheit entsprechen, anderes aus den
degenerierten Gehirnen einiger vom Erfolg missbegünstigter Journalisten.
In verschienen Interviews jedoch scheint
es, dass die Bandmitglieder sich zumindest in Einem einig waren:
„Wir haben jahrelang hart gearbeitet und wir konnten sowohl Live als auch auf unseren
Platten einen hohen musikalischen Standard bieten. Doch wir wurden völlig
unterschätzt und die Aussicht auf weltweiten Erfolg wurde so von vornherein abgeblockt.“ Auch bot
der Name THE BABYS kein besonders gutes Aushängeschild und untergrub so die
musikalische Perfektion,
„Image ist wichtig“, weiß er jedoch
inzwischen aus Erfahrung. „Aber du kannst nicht etwas vorgeben, das du nicht
bist.
Ich drehe meine Zigaretten selbst
und ich trinke Bier. Auf der anderen Seite lese ich Proust und spiele Piano.
Eigentlich bin ich voller Widersprüche. Und wenn ich hin und wieder im Radio F*** sage - na, und?
Das bin ich. Du kriegst, was du siehst. Ich werde mich nicht ändern, nur weil es dem
Image dient. Wenn du aber in einer Band bist, ist das anders. Wenn du dann etwas sagst
wie: Der Papst ist ein…muss die ganze Band damit leben und
wenn du ein bisschen Verantwortungsgefühl hast, solltest du so was nicht machen.
Es wäre nicht richtig.“
Über die
Schwierigkeiten in der Band sieht er inzwischen gelassener hinweg: „Was passiert ist, ist passiert.
Du kannst es nicht ändern. Ich bin nie mitten in der Nacht aufgewacht mit dem Gedanken:
‚Gott, ich wünschte, es wäre nie geschehen.’ Ich habe mein bestes getan, um die Band zusammenzuhalten, doch ich verlor den Glauben, und wenn das
passiert, ist es an der Zeit, aufzuhören. Aber ich bin wirklich stolz auf die BABYS.
Wir haben unseren Weg gemacht, trotz der schlechten Presse. Wir waren besser, als die Leute glaubten.“
„Für mich waren die BABYS die beste musikalische Erfahrung in meinem Leben“, erinnert sich
Ricky Phillips
(links). „Fünf Jungs, die rund um die Uhr nichts anderes im Kopf hatten als Musik. John pflegte zu sagen: ‚Ricky - ganz egal, ob es drei Uhr nachts ist, wenn du ´ne Idee im Kopf hast, ruf mich an. Wir machen Kaffee und dann geht´s los…’ “ „Ich denke‚Head First’ war unser bester Schuss“, glaubt John viele Jahre später. „Die letzten beiden Alben hatten nicht dieselbe Wirkung. Die Tatsache, dass wir aufhörten, eine britische Band zu sein und mehr und mehr in eine Art Anglo-Amerikanisch übergingen, hat uns einigen Wind aus den Segeln genommen.
Ich denke, die Luft ging uns langsam aus, als wir begonnen haben, so viel mit Keyboards zu arbeiten. Es war nicht wirklich unser Stil. Wir versuchten, verschiedene Dinge mit einzubeziehen, aber im Großen und Ganzen waren wir mehr eine Gitarrenband als alles andere. ‚On The Edge’ war mehr mainstream, als wir bereit waren, zu sein. Wir wollten eigentlich nicht so amerikanisch klingen. Es schlich sich irgendwie ein und es fehlte das Besondere, das ‚Head First’ und ‚Broken Heart’ ausmachte.“
Neben den fünf offiziellen BABYS Alben, blieb das 1978er Bootleg „Official Unofficial
Album“ - das, am Rande bemerkt, für mich (Petra) neben dem ersten Album zu den Besten
zählt - lange ein Geheimtipp. Die Wenigsten wussten davon. Es enthält zehn Tracks in
ungeschliffener, ursprünglichster Form. Man erkennt „I´m Falling“ und Mag „The Official Unofficial Album“ wie Demo-Material klingen, das es letztendlich ja auch ist, für mich - und ich spreche sicher auch für viele andere Fans - ist es rauer, unverfälschter Rock´n Roll. Jonathan Cain wechselt zu Journey, Ricky Phillips wendet sich verschiedenen Projekten zu, arbeitet unter anderem als Session-Musiker und steuert zwei Titel zum Soundtrack von „Terminator“ (mit Arnold Schwarzenegger) bei, was ihm die Tore zu Film und Fernsehen öffnet. Wally Stocker und Tony Brock zieht es zur Band von Rod Stewart, die Wally aber schon bald wieder verlässt, um 1983 bei Air Supply (1989 dann in Humble Pie) neue Chancen wahrzunehmen. Tony Brock hingegen bleibt bis 1991, unternimmt während dieser Zeit aber auch Ausflüge zu Eddie Money, Jimmy Barnes und Robert Hazard. |