1991 - BAD ENGLISH - BACKLASH

Backlash 1991

Am zweiten Album wird gearbeitet, doch „Backlash“ steht unter keinem guten Stern. Die Jungs haben noch nicht sehr viel Material zusammen, als es in der Band zu kriseln beginnt. John Waite erinnert sich: „Wir kamen ins Studio mit kaum einem Song. Das war schon mal ein enormer Fehler und die Realität traf uns wie ein Schlag ins Gesicht. Wir hatten nicht einen brauchbaren Song.“ Zu Anfang ihrer kurzen Karriere hat Neil Schon einmal gesagt: „John versucht dem, was er tut, eine Seele einzuhauchen. Er ist ein sehr ausdrucksstarker Sänger, aber wenn der Text eines Songs ihn nicht überzeugt, wird er diesen Song nicht singen.“

Was ursprünglich als Kompliment gedacht war, wendet sich nun gegen John Waite. Es wird immer schwerer, sich zu einigen. Die Band möchte eine rockigere Richtung einschlagen, während John melodiösere Sounds bevorzugt. Er fühlt sich mehr unter mehr unter Druck gesetzt und er sträubt sich gegen diesen Arena-Rock, den zu seinem Leidwesen auch die Plattenfirma fordert. John aber möchte seine musikalische Integrität beibehalten. „Es war unerträglich“, erinnert er sich. „Ich arbeitete achtzehn Stunden am Tag an Songs und zugleich im Studio. Ich brannte mich selbst aus,
aber durch die Situation fühlte ich mich gezwungen, zu bleiben.“

Photo Karen Powell

Es kommt aber noch dicker: John Waite wird in zwei ernste Autounfälle verwickelt; Jonathan Cain und Ricky Phillips haben sich mit den Bauarbeiten ihrer eigenen Studios auseinanderzusetzen und als ob das noch nicht genug wäre, wird während der Aufnahmen der gesamte Truck mit dem Großteil der Instrumente und des Equipments gestohlen. Glaubt man anfangs noch, diese Summe an Schwierigkeiten bewältigen zu können, überwiegen letztendlich die musikalischen Differenzen. Sie sind es, die dieser exzellenten Band das Genick brechen.

Der vom Schicksal gebeutelte Sänger beschließt, das Folge-Album „Backlash“ (August ´91) zu Ende zu bringen und kümmert sich noch ein wenig um die Promotion, die ihn auch für Interviews nach Deutschland bringt.

Danach verlässt John Waite BAD ENGLISH.

„Ich habe einem vielversprechenden Projekt den Rücken gekehrt“, sagt er. „Ich war das schwarze Schaf, obwohl das Ganze sowieso schon auf wackligen Beinen stand. Ich nahm alles sehr persönlich zu dieser Zeit, aber ich erfüllte die Verträge und ging. Kein Geld der Welt hätte mich halten können. Die Musikindustrie will nichts von künstlerischer Freiheit hören, wenn es um ein paar Millionen Dollar geht.“

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