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John Waite Live in
Zoetermeer/Holland, Boerderij
Die Vorgruppe:
Marcel Singor Band
Nicht lange, nachdem wir uns dann in der Halle versammelt hatten, wurde es
unruhig im Saal, das Licht ging aus. Ob ich nervös war? Komischerweise
nicht. Ich wurde es aber, als auf der Bühne nicht wie erwartet John Waite
erschien, sondern eine junge Band, von der ich nicht wusste, wer sie waren und dass sie als Opener
geladen waren. Anscheinend ging es vielen Fans so, denn meine Frage nach dem
Namen des Quartetts wurde mit kollektivem Achselzucken quittiert.
Die Marcel Singor Band, so ihr Name (Danke an dieser Stelle an Floor Sleeking
von der Boerderij), sollte also für Stimmung sorgen, und das wäre ihr auch
gelungen, wenn der Sound gestimmt hätte. Die Bassistin eröffnete den ersten
Song und ich war begeistert! Ich liebe treibende Bässe und diese junge
Lady hatte es zweifellos drauf! Als der Sänger - Marcel Singor? - jedoch den
Mund aufmachte, wurde das Zuhören zur Anstrengung und das lag nicht an ihm,
liebe Freunde. Die Stimme kam so gut wir gar nicht rüber, seine raffinierten
Soli dafür umso mehr und
für einen Drummer-Lehrling mochte es eine durchaus lehrreiche Stunde gewesen
sein. Zu schade, hätten diese Vier ihren Namen doch über die heimischen Grenzen
hinaus tragen können, denn...
...sie waren gut! Ihr Reportoire war vielfältig, reichte von
einfallsreichen Rock Sounds, über raffinierte, gitarrenbetonte Instrumentalparts
bis hin zu Blues-betonten Stücken. Trotzdem, meine Füße brannten mittlerweile, meine Kehle
schrie nach einem Eimer Wasser und selbst mein guter Platz in der dritten Reihe
vermochte mich kaum noch aufzumuntern, sollte das hier noch lange dauern.
Gebt mir John Waite, oder ich gehe... Nach einer guten Stunde (?) verließ die
Marcel Singor Band die Bühne. Umbaupause. Endlich...
Zwischenspiel
Da Herr Waite sich eher selten in unseren Breitangraden zu konzert-technischen
Zwecken aufhält, dachte ich 2001, wenn John Waite nicht zu mir kommt, komme
ich eben zu ihm, also bat ich meine Schwester in Michigan, ein Ticket zu
besorgen, denn der stimmgewaltige Brite spielte damals bei ihr grade um die Ecke
im Clarkston Pine Knob. Viel zu spät
hatte ich erfahren, dass John nicht der Headliner war, sondern
Journey, und da
alle guten Dinge drei sind, brachte man
Peter Frampton auch gleich mit. Egal,
Konzert und Flug waren gebucht, also ab nach Michigan.
Aber - der Sound war vom Feinsten! Nach einer halben Stunde jedoch war der
Zauber vorbei und weder Journey, noch
Peter Frampton - obschon beide brillant! -
konnten weiterhin mein Interesse wecken.
Als Mr. Waite seine Gardemaße dann am 27. September desselben Jahres doch nach
Europa schaffte, Zoetermeer genauer gesagt, verweilte Miss waite4you!!!
blöderweise in der
Türkei, um Urlaub machen. Der angesetzte Termin für den 13. November im
Londoner "Garage" wurde gecancelt, die Club Tour durch Europa fiel
ebenfalls flach und das
Ticket nach Michigan, um im August 2004 beim Bay City Pig Rib Festival dabei zu sein,
sprengte meine Kasse. Naja, Hauptsache, meine Schwester hatte ihren Spaß, die ich
(eigentlich im Scherz) zum Pig Rib geschickt hatte, damit sie mir ein paar nette
Photos für waite4you!!! schießt. Das tat sie auch. Sie amüsierte sich
sogar königlich, und mir klappte die Kinnlade runter, als sie mir später erzählte,
dass es das beste Konzert gewesen war, das sie je besucht hatte (und sie war
schon auf vielen, glaubt mir) und was für ein netter Kerl Mr. Waite doch sei.
Äh... was? Genau, sie hat sich
- nur für mich natürlich - das Meet & Greet nicht entgehen lassen...
Nicht, dass ich es ihr nicht gönne, aber
nach soviel Pech habe ich doch ein bisschen Glück verdient, oder?
Geduldsspiel
Und am Samstag, dem 10. Juni standen die Sterne günstig, auch wenn ich jetzt doch ziemlich
erledigt vor der Bühne der Boerderij stand und zusammen mit ca. 450 (?) Fans auf
ihn wartete. Das heißt, eigentlich stand ich in der dritten Reihe. Bis mein
holländischer Freund Paul Wijman mich nach vorne schubste und Menno Schaap und
Willem Klopper Platz machten, um mich
in ihre Mitte zu lassen. Oups? Du verdienst es, ganz vorne zu
stehen.
Als ich mich wieder umdrehe, betritt Anthony Krizan gerade die Bühne. Genau
Leute, der Anthony Krizan!
Ein faszinierender Anblick, live mehr als auf jedem Photo. Ob ich nervös war? Nun, ich
war es nicht (wirklich), bevor Mr. Krizan auf der Bildfläche erschien.
Doch jetzt signalisierte sein Erscheinen: Achtung, es geht los. Soweit
meine Erinnerung mich nicht trügt, war der blonde Jimmy Leahey der zweite im
Bunde, und Ihr mögt mir verzeihen, wenn ich die Reihenfolge nicht mehr
zusammenkriege, in der sich die komplette Band nach und nach auf der Bühne
einfand, denn jetzt wurde ich definitiv nervös. Auf der rechten Seite, noch im
Schatten, stand nämlich Mr. Waite himself. Es war schwer, mir vorzustellen, dass der
Moment, auf den ich 5 Jahre lang gewartet hatte, endlich gekommen war...
Photo Credit Willem Klopper
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