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John Waite Live in Zoetermeer/Holland, Boerderij
10. Juni 2006

Die Vorgruppe: Marcel Singor Band

Nicht lange, nachdem wir uns dann in der Halle versammelt hatten, wurde es unruhig im Saal, das Licht ging aus. Ob ich nervös war? Komischerweise nicht. Ich wurde es aber, als auf der Bühne nicht wie erwartet John Waite erschien, sondern eine junge Band, von der ich nicht wusste, wer sie waren und dass sie als Opener geladen waren. Anscheinend ging es vielen Fans so, denn meine Frage nach dem Namen des Quartetts wurde mit kollektivem Achselzucken quittiert.

Photo waite4you!!!Petra

Die Marcel Singor Band, so ihr Name (Danke an dieser Stelle an Floor Sleeking von der Boerderij), sollte also für Stimmung sorgen, und das wäre ihr auch gelungen, wenn der Sound gestimmt hätte. Die Bassistin eröffnete den ersten Song und ich war begeistert! Ich liebe treibende Bässe und diese junge Lady hatte es zweifellos drauf! Als der Sänger - Marcel Singor? - jedoch den Mund aufmachte, wurde das Zuhören zur Anstrengung und das lag nicht an ihm, liebe Freunde. Die Stimme kam so gut wir gar nicht rüber, seine raffinierten Soli dafür umso mehr und für einen Drummer-Lehrling mochte es eine durchaus lehrreiche Stunde gewesen sein. Zu schade, hätten diese Vier ihren Namen doch über die heimischen Grenzen hinaus tragen können, denn...

...sie waren gut! Ihr Reportoire war vielfältig, reichte von einfallsreichen Rock Sounds, über raffinierte, gitarrenbetonte Instrumentalparts bis hin zu Blues-betonten Stücken. Trotzdem, meine Füße brannten mittlerweile, meine Kehle schrie nach einem Eimer Wasser und selbst mein guter Platz in der dritten Reihe vermochte mich kaum noch aufzumuntern, sollte das hier noch lange dauern. Gebt mir John Waite, oder ich gehe... Nach einer guten Stunde (?) verließ die Marcel Singor Band die Bühne. Umbaupause. Endlich...

Zwischenspiel

Da Herr Waite sich eher selten in unseren Breitangraden zu konzert-technischen Zwecken aufhält, dachte ich 2001, wenn John Waite nicht zu mir kommt, komme ich eben zu ihm, also bat ich meine Schwester in Michigan, ein Ticket zu besorgen, denn der stimmgewaltige Brite spielte damals bei ihr grade um die Ecke im Clarkston Pine Knob. Viel zu spät hatte ich erfahren, dass John nicht der Headliner war, sondern Journey, und da alle guten Dinge drei sind, brachte man Peter Frampton auch gleich mit. Egal, Konzert und Flug waren gebucht, also ab nach Michigan.
Es ist schon ein berauschendes Gefühl, seinen Star endlich live zu sehen, wenn man ihm auch nur popelige 30 Minuten gab und der Kerl kaum mal so lange still hielt, dass man ein moderates Photo hätte schießen können. Aber mal abgesehen davon, saßen wir eh´ viel zu weit weg (Photo unten), und runtergehen vor die Bühne war nicht. HALLO? Das war Amerika und wo Security draufsteht, ist auch Security drin. Ich begnügte mich also damit, ein Dankgebet an John´s Gene zu schicken, die ihm diese feuerrote Mähne beschert haben...

Photo waite4you!!!Petra

Aber - der Sound war vom Feinsten! Nach einer halben Stunde jedoch war der Zauber vorbei und weder Journey, noch Peter Frampton - obschon beide brillant! - konnten weiterhin mein Interesse wecken.

Als Mr. Waite seine Gardemaße dann am 27. September desselben Jahres doch nach Europa schaffte, Zoetermeer genauer gesagt, verweilte Miss waite4you!!! blöderweise in der Türkei, um Urlaub machen. Der angesetzte Termin für den 13. November im Londoner "Garage" wurde gecancelt, die Club Tour durch Europa fiel ebenfalls flach und das Ticket nach Michigan, um im August 2004 beim Bay City Pig Rib Festival dabei zu sein, sprengte meine Kasse. Naja, Hauptsache, meine Schwester hatte ihren Spaß, die ich (eigentlich im Scherz) zum Pig Rib geschickt hatte, damit sie mir ein paar nette Photos für waite4you!!! schießt. Das tat sie auch. Sie amüsierte sich sogar königlich, und mir klappte die Kinnlade runter, als sie mir später erzählte, dass es das beste Konzert gewesen war, das sie je besucht hatte (und sie war schon auf vielen, glaubt mir) und was für ein netter Kerl Mr. Waite doch sei. Äh... was? Genau, sie hat sich - nur für mich natürlich - das Meet & Greet nicht entgehen lassen... Nicht, dass ich es ihr nicht gönne, aber nach soviel Pech habe ich doch ein bisschen Glück verdient, oder?

Geduldsspiel

Und am Samstag, dem 10. Juni standen die Sterne günstig, auch wenn ich jetzt doch ziemlich erledigt vor der Bühne der Boerderij stand und zusammen mit ca. 450 (?) Fans auf  ihn wartete. Das heißt, eigentlich stand ich in der dritten Reihe. Bis mein holländischer Freund Paul Wijman mich nach vorne schubste und Menno Schaap und Willem Klopper Platz machten, um mich in ihre Mitte zu lassen. Oups? Du verdienst es, ganz vorne zu stehen.
Jungs, dafür werde ich Euch ewig dankbar sein!

Photo Willem Klopper

Als ich mich wieder umdrehe, betritt Anthony Krizan gerade die Bühne. Genau Leute, der Anthony Krizan! Ein faszinierender Anblick, live mehr als auf jedem Photo. Ob ich nervös war? Nun, ich war es nicht (wirklich), bevor Mr. Krizan auf der Bildfläche erschien. Doch jetzt signalisierte sein  Erscheinen: Achtung, es geht los. Soweit meine Erinnerung mich nicht trügt, war der blonde Jimmy Leahey der zweite im Bunde, und Ihr mögt mir verzeihen, wenn ich die Reihenfolge nicht mehr zusammenkriege, in der sich die komplette Band nach und nach auf der Bühne einfand, denn jetzt wurde ich definitiv nervös. Auf der rechten Seite, noch im Schatten, stand nämlich Mr. Waite himself. Es war schwer, mir vorzustellen, dass der Moment, auf den ich 5 Jahre lang gewartet hatte, endlich gekommen war...

Photo Credit Willem Klopper

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