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John Waite Live in Zoetermeer/Holland, Boerderij
10. Juni 2006

Nach der Show

Photo waite4you!!!Petra
Anthony Krizan,  John Waite, Billy Wilkes warten auf Jimmy Leahey

Noch während die Leute lautstark eine Zugabe forderten, wurden oben schon die Instrumente abgebaut. Menno Schaap versuchte, sich seine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen, denn er hatte ein paar Schallplatten mitgebracht, die er gerne von John Waite signiert gehabt hätte. Doch John hatte seinen ausgestreckten Arm nach dem letzen Song ignoriert... Ein schwacher Trost mochte die Setlist gewesen sein, die der Roadie - der sich laut Wouter´s Website als John´s Roadmanager André entpuppte - eigentlich "bevorzugt hübschen Mädchen gab". Nun ist Menno ganz gewiss kein Mädchen, aber mit einem Augenzwinkern überließ André ihm die Liste.  Ich lechzte mittlerweile nach mindestens drei Liter Wasser, als Paul sich neben mich gesellte, und mich ansah, als wollte er sagen, "Na, hab´ ich zuviel versprochen?" Er hatte John ja schon am Vortag in Lichtenvoorde erlebt und mir am Nachmittag begeistert einen detaillierten Bericht geliefert, kaum dass er im Hotel angekommen war. (Er war sogar beim Soundcheck dabei...) Heute, während der Show hatte ich mich immer mal zu ihm herumgedreht, zweimal gaben wir uns "high five", eine stumme Übereinkunft, die man mit Worten kaum wiedergeben kann.

Willem Klopper packte seine Photo-Ausrüstung zusammen, nicht ohne mir einen Teil seiner Aufnahmen zu zeigen. Wow... kann ich die kaufen? Ich würde sie gerne veröffentlichen... "Du brauchst sie nicht kaufen", meinte Willem, "Ich schicke sie Dir. Gib mir nur einen Link zu meiner Website." Was für ein Engel... Kaufen kann man die Bilder aber trotzdem, und falls Ihr vorhaben solltet, Euch eine John Waite Photo Kollektion zuzulegen, dann solltet Ihr ihm unbedingt eine Email schicken, denn es ist ein John Waite Photoalbum in Planung. Natürlich bekommt Ihr die Bilder auch einzeln. Ich für meinen Teil habe meinen Favoriten bereits...
Willem hält mir zum Abschied Jimmy Leahey´s Guitar Pick unter die Nase, und Paul tippt mir mit Billy Wilkes´ Drumstick auf die Schulter. Ich weiß nicht, wie oft ich ihn an diesem Abend zu überzeugen versucht hatte, dieses ramponierte Ding zu behalten, aber er meinte nur, wenn er es behalte, würde er es irgendwo hinlegen und entweder vergessen, oder die Kinder würden es finden und was dann damit passiere, läge nicht mehr in seinem Ermessen.

Paul sagt, dass John möglicherweise noch mal rauskommt. Wie jetze... Echt? Woher weißt Du das? Er deutet auf André und sagt, er habe es zwar nicht zugesichert, aber auch nicht von der Hand gewiesen, aber falls, dann... "gebt ihm ein bisschen Zeit, um runterzukommen." Aha. Also, dann bleiben wir halt noch ein Weilchen. Schließlich wollte ich noch ein Geschenk loswerden...

Ich schleppte mich zur Bar, die sich in der Halle befindet, um endlich meinen Durst zu löschen, als Anita auftauchte und mir zwei Münzen in die Hand drückte. Ich hatte mich schon vor dem Konzert über dieses merkwürdige Zahlungsmittel gewundert, und da ich keine Münzen hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als die von Anita anzunehmen. Danke Anita. Die (ungeöffnete) Wasserflasche, die sie sich von André vorhin hatte geben lassen, welche John, Jimmy, Anthony, Sean oder Billy gehört haben mochte, hatte sie längst geleert. Sie hatte noch einen Scherz gemacht wie, "Ob ich sie aufheben sollte? Die hat vielleicht John in der Hand gehabt..." Klar, verkauf´ sie auf eBay, Du erinnerst Dich doch noch an Britney Spears´ Kaugummi, oder?

Versonnen starrte ich dann auf das Konzertplakat im A3 Format über der Bar, schlürfte mein Wasser, das annähernd nicht reichte, um zwei Stunden trockene Hallenluft, gemixt mit Kunstnebel, auszugleichen, und versuchte, die Eindrücke der vergangenen Stunden zu verarbeiten. An einen Bericht wie diesen war noch lange nicht zu denken, genau genommen hatte ich mir nicht mal Gedanken über eine Konzert Review gemacht, sonst hätte ich mich besser darauf vorbereitet. Paul kam herüber und meinte, "Wenn Du das große Plakat schon nicht haben kannst (Es war bereits Wouter´s Tochter Lammie versprochen), dann sollst Du wenigstens dieses haben."

Meinen Einspruch ließ er nicht gelten, sondern ließ mich stehen und marschierte los. Ich wusste zwar nicht, was mein Michi dazu sagen würde, wenn ich zu meinen sechs John Waite Photos und Posters an den Wänden in unserer Wohnung ein siebtes hinzufügen wolle, aber ich war sicher, dass er einem Austausch zustimmen würde. Sagte ich schon, dass mein Michi der beste Ehemann der Welt ist?

Wouter stellte mir dann einen schlanken, blonden, jungen Mann als Adrian vor, und verschwand wieder. Oups? Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Adrian ist, ich verstand ihn kaum, was mich an meinen Englischkenntnissen zweifeln ließ und nach dem vierten Mal geduldigen Wiederholens hatte ich endlich kapiert, worum es ging: Adrian Pounce war sein Name, und er war von London herübergekommen, um sich mit Kevin Scott (Genau, "No Brakes Fanzines" Kevin aus Schottland, die Beiden kannten sich bereits) zum Arrow Rock Festival in Holland zu treffen und er richtete mir liebe Grüße von Vera aus Deutschland aus, die er...

...auf dem Arrow Rock kennen gelernt hatte. Man stelle sich Folgendes vor: Adrian Pounce, extra aus London angereist, kennt Vera nicht, und sie kennt ihn nicht. Adrian und ich waren uns ebenfalls niemals vorher begegnet, und trotzdem kommen Vera´s Grüße an. Wenn das nicht verrückt ist, dann weiß ich auch nicht...

Als dann am Bühneneingang plötzlich ein roter Kopf erschien, war das definitiv keine Fata Morgana (wäre bei dem Flüssigkeitsmangel, den ich litt, auch nicht weiter verwunderlich gewesen...), keine Halluzination und auch kein Wunschdenken. Es war John Waite.

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