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John Waite Live in
Zoetermeer/Holland, Boerderij
10. Juni 2006
Meet & Greet
Eine meiner weniger guten Eigenschaften ist, dass ich schlecht schätzen kann,
weder das Alter eines Menschen, noch die Menge von Fans, die jetzt darauf
wartete, John die Hand zu schütteln, Konzertkarten, Schallplatten, was auch
immer signieren zu lassen, oder mit ihm zusammen auf einem Photo verewigt zu
werden. (Willem, Willem, Du hättest noch bleiben sollen...) Wie viele mögen es
also gewesen sein, 20? Mehr? Weniger? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist,
dass ich John von meinem Platz aus gut beobachten konnte, ohne mir den Hals
verrenken zu müssen. Gut so, ich litt ohnehin schon an Genickstarre, weil ich
von der ersten Reihe aus zu ihm hochstarren musste, aber ich werde den Teufel
tun und mich beschweren...
Ich hatte ein kleines Geschenk mitgebracht, das ich
John überreichen wollte. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass es wirklich dazu
kommen würde, deshalb hatte ich mir auch nichts zurechtgelegt, was ich ihm sagen würde.
Nach 5 Jahren, in denen jedes Ereignis in dieser Richtung mehr oder weniger
gescheitert war, hatte ich wenig Hoffnung, dass ich irgendwann mal zu jenen
gehören würde, die nette Meet & Greet Geschichten erzählen können. Abgesehen
davon ging es mir meistens so, dass ich umso nervöser wurde, je mehr ich mir
zurechtlegte. Wenn es soweit war, würde mir schon was
Passendes einfallen. Zudem wollte ich mir die Eindrücke, die mich jetzt
umgaben, nicht einer Konzentration opfern, die später sowieso den Bach runter
gehen würde.
Ich stand also da und beobachtete John. Er schien ein wenig angespannt, hektisch
vielleicht, was sich aber nach einer Weile legte. André ließ ihn nicht aus den
Augen. Genauso wenig wie ich, wenn auch aus anderen Beweggründen. Was in diesem Moment in meinem Kopf vorging?
Nun, gar nichts. Wie immer, *grins*. Ich sah einfach nur zu und schnappte einige Gesprächsfetzen
auf, in denen John u. A. sein Bedauern wegen des verpatzten Sound ausdrückte.
Menno bekam doch noch seine Schallplatten signiert, bis auf eine, die
in dem Tumult wohl irgendwie untergegangen war. Und nicht nur das, es war auch das erste Mal
für ihn, dass er John Waite live erleben durfte. Leider habe ich vergessen,
warum es 2001 nicht geklappt hatte, bitte verzeih mir Menno, ich weiß, Du hast
es mir im Hotel erzählt! Auch Paul hatte John damals verpasst. Er und Adrian kannten sich
zu dieser Zeit noch nicht, sonst wäre es zumindest für ihn anders gelaufen.
Apropos Paul: Was als nächstes passierte, habe ich ihm zu verdanken. (Lasst mich
zum Besseren Verständnis kurz erklären, dass ich in den vergangenen vier Jahren ein paar mal mit John wegen dies und das
in Kontakt getreten war.) Ich war durch Anita
abgelenkt, während
Paul die günstige Gelegenheit nutzte - wer ist der Nächste? - denn plötzlich fühlte ich mich am Arm gepackt, Paul
zog mich nach vorne und ich hörte John meinen Namen nennen. Paul deutete auf mich,
und John fragte mich jetzt direkt, "You are Petra?" Und dann schaffte er es doch noch, mich aus
dem Gleichgewicht zu bringen, denn kaum hatte ich seine Frage bejaht, packte er
mich und drückte mir einen herzlichen Schmatz erst auf die linke, dann auf die
rechte Wange. Excuse me? Es hätte also nicht viel genützt, mir einen Text zurechtzulegen, spätestens jetzt hätte ich alles vergessen...
Mehr oder weniger verwirrt gab ich ihm endlich die
Life Story - A Tribute to John
Waite, englische Fassung. Es war die gedruckte Version der Lifestory, die David
Waite und Adrian Steenland 1997 zusammen verfasst hatten und die ich mit deren
und auch John´s Erlaubnis, geupdated und ins Deutsche übersetzt hatte. Adrian
ließ irgendwann die Bemerkung fallen, dass es eine gute Idee wäre, diese Life
Story zurück ins englische zu übersetzen und sie John zu überreichen. Hätte mir
damals jemand gesagt, dass es eines Tages wirklich dazu kommen würde, hätte ich
ihn ausgelacht. Ob ich jetzt
nervös war? Darauf könnt Ihr wetten! Ich war ohnehin überrascht, diesen Abend bis dahin ohne Herzflattern und Ohnmacht
überstanden zu haben und jetzt geriet ich doch noch ins Schleudern. ´Dammich... John
überflog die Seiten der "Life Story" und bedankte sich. Leider
erinnere ich mich nicht mehr, ob ich ihm gesagt habe, dass ich hoffe, dass die
Story soweit
korrekt sei, und er mich doch bitte wissen lassen möchte, falls nicht,
damit ich es korrigieren kann.
(Danke Crissy!) Paul hat dann etwas sehr schönes gesagt, während John sich durch die Life Story
blätterte, und das war, "Du hältst Dein Leben in Deinen Händen." Ich habe
keine Ahnung, ob John Waite diese Life Story je lesen wird, er kennt sein Leben
ja, aber falls doch, dann hoffe ich, dass zumindest nichts drin steht, was er nie gesagt
hat...
 Paul Wijman, John Waite, waite4you!!!Petra
Nachwort
Paul ergatterte für mich tatsächlich noch die kleinere Ausgabe des
Konzertplakates an der Kasse der Boerderij. Ich verhunzte das Photo von Menno und John
Waite, um das Menno mich gebeten hatte. Ich ärgere mich immer noch darüber, da ich weiß, wie viel es ihm bedeutete
und als ich anbot, das Photo mit meiner eigenen Kamera zu machen und es ihm zu
schicken, trat John bereits den Rückzug an. Und das alles nur, weil ich blöde Kuh
nicht mehr mit einem analogen Photoapparat umgehen kann. Es tut mir wahnsinnig
leid, Menno!
Es war bereits nach Mitternacht. Trotzdem hätten
Adrian, Marian, Paul, Menno, Anita und ich gerne noch einen
Drink zusammen genommen, um diesem Abend einen würdevollen Abgang zu bereiten. Doch irgendwie schien unsere Glücksträhne
mit John Waite´s Abgang zu enden.
Ursprünglich wollten wir uns mit meinem Clan im "Plaats" im Zentrum von
Zoetermeer treffen, aber meine Leute waren bereits auf dem Weg zum Hotel. Also,
auf zur Hotelbar. Als wir dort ankamen, die traurige Wahrheit: Die Hotelbar war
bereits geschlossen. Ich glaube, keiner von uns wollte wahrhaben, dass dieser
schöne Abend so trostlos enden sollte. Ich meine - jeder kennt das, es ist wie
wenn man gemeinsam einen tollen Film in Kino gesehen hat und hinterher noch
seinen Senf dazu geben möchte. Man möchte nicht erst nächste Woche darüber reden, sondern jetzt und hier! Außerdem sieht man sich nicht so oft, wenn man in
verschiedenen Ländern zu Hause ist... Und last but not least ist ein John Waite
Konzert nicht mit einem Kinofilm zu vergleichen.
Menno verließ uns vor dem Hotel (er hatte seinen Wagen hier geparkt) und trat
den Nachhauseweg nach Duivendrecht an. Nachdem Marian
& Adrian noch eine weitere halbe Stunde geblieben sind, verabschiedete ich mich
mit einem lachenden und einem weinenden Auge von den Beiden. Sie hatten es nicht
weit bis nach Gouda, wo sie zu Hause sind. Paul blieb noch bis
sage und schreibe 2:10 Uhr, meine Leute lagen längst in ihren Hotelbetten. Aber
dann trat auch er den Nachhauseweg an und machte sich auf den Weg nach Wijk bij
Duurstede. Anita hingegen hatte ein Zimmer im Golden Tulip gebucht und
verbrachte den nächsten Tag mit unserer kleinen Gruppe am Strand von
Scheveningen und Den Haag. Am späten Nachmittag musste auch sie zurück nach
Hause, nach Simpelveld.
Ich denke - hoffe - dass Ihr, Marian, Adrian, Paul, Menno, Anita, Willem, Walter,
Joost, Marianne, Wouter, Jörg, Caudia, und allen anderen WaiteCrazees, die dabei
sein durften, genauso gerne an diesen 10. Juni 2006 zurückdenkt wie ich...
 Was man nicht so alles findet... Ute, ich und Anke in
Zoetermeer, einen Tag nach dem denkwürdigen Ereignis
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